Kennst du das?
Am Ende eines Tages, wenn du kurz inne hältst, fragst du dich: „Was habe ich eigentlich den ganzen Tag gemacht?“ Oft musst du dir leider eingestehen, dass du die von Gott geschenkte Zeit nicht so genutzt hast, wie du es eigentlich solltest. Die Lösung hierfür ist Produktivität.
Was ist eigentlich Produktivität?
Für uns als Christen ist Produktivität nicht nur eine Option, um unser Leben besser zu gestalten. Sie ist vielmehr der Gehorsamgegenüber dem Befehl der Schrift:
„Wandelt in Weisheit gegenüber denen, die draußen sind, die gelegene Zeit auskaufend.“(Kolosser 4,5)
Aber was genau bedeutet Produktivität? Tim Challies definiert sie in seinem Buch „Produktiv: Ein praktischer Leitfaden für Produktivität zu Gottes Ehre“ ( EBTC 2021) folgendermaßen:
„Produktivität ist die effektive Haushalterschaft meiner Gaben, Talente, Zeit, Energie und meines Eifers zum Nutzen anderer und zur Ehre Gottes.“
Das heißt: Es geht darum, unsere Ressourcen so gut wie möglich zu nutzen, um den zu ehren, der uns diese gegeben hat. Doch wie sieht das praktisch aus?
Die Macht der Gewohnheiten
Oft sind die Veränderungen, die wir machen müssen, nicht gigantisch. Es geht vielmehr darum, kleine Änderungen über einen längeren Zeitraum vorzunehmen – also unsere Gewohnheiten zu verändern. Gewohnheiten sind „übliche Verhaltensweisen“, die dadurch entstanden sind, dass wir unter ähnlichen Umständen immer wieder gleich gehandelt haben.[1]
Vielleicht gehst du vor dem Schlafengehen ans Handy und gehst deshalb zu spät ins Bett oder du schiebst immer wieder Dinge auf, die du eigentlich tun solltest. Sulamith sagt im Hohelied 2,15:
„Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, die die Weinberge verderben.“
Und das gilt im übertragenen Sinne auch für unsere Gewohnheiten: Es sind die kleinen Füchse, die den Weinberg verderben. Wir müssen also sie (1) bemerken, d. h. uns bewusst werden, welche schlechten Gewohnheiten sich eingeschlichen haben, und (2) durch Gottes Gnade versuchen, mit diesen Gewohnheiten zu brechen. Oft sind es diese kleinen Veränderungen, die über die Zeit einen großen Unterschied machen.
Unsere Vision und Bestimmung
Jesus spricht zu seinen Jüngern:
„Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.“(Johannes 4,34)
Es tut gut, ab und zu innezuhalten – sich aus dem Lärm des Alltags zurückzuziehen und das größere Bild neu zu betrachten: Warum bin ich eigentlich hier? Was ist Gottes Plan speziell für mein Leben? Nutze ich die Gaben, die mir von Gott anvertraut wurden? Wenn wir ehrlich hinsehen und unseren aktuellen Weg mit dem abgleichen, was Gott für uns vorbereitet hat, erkennen wir oft, wo Korrektur nötig ist. Eine klare Vision schenkt Orientierung. Sie hilft uns, Entscheidungen im Einklang mit Gottes Willen zu treffen und erinnert uns immer wieder daran, worauf es letztlich ankommt: Ihn mit unserem Leben zu ehren.
Intention und Bewusstheit
Um unsere Zeit gut zu nutzen, ist es auch wichtig, (1) immer wieder zu reflektieren, wie man seine Zeit gerade nutzt, und (2) sich bewusst auszurichten, was man mit seiner gegebenen Zeit tun möchte.
Was die Reflektion anging schrieb Jonathan Edwards in seinen berühmten 70 Resolutionen:
„Entschieden: mich am Ende jedes Tages, jeder Woche, jedes Monats und jedes Jahres selbst fragen, in welchen Bereichen ich möglicherweise hätte besser handeln können.“[3]
Es ist eine gesunde und hilfreiche Praxis – auch im Hinblick auf Produktivität – sich am Ende des Tages die Fragen zu stellen: „Wie habe ich meine Zeit heute genutzt? Wo habe ich Zeit vergeudet?“
Auf diese Weise lernen wir aus unseren Fehlern und können es am nächsten Tag besser machen.
Doch nicht nur Reflexion ist entscheidend, sondern auch Intention. Sich bewusst zu machen, was man mit den freien Stunden – oder dem ganzen Tag – anfangen möchte, schützt davor, sich treiben zu lassen oder leicht ablenken zu lassen. Eine klare Absicht erhöht oft unsere Produktivität, weil wir uns gezielter auf eine Sache konzentrieren.[4]
Dabei kann es helfen, den Tag grob zu strukturieren oder sich morgens auszurichten: „Was steht heute an? Was ist mir wichtig?“
Das bedeutet nicht, dass alles exakt nach Plan verlaufen muss – wenn der HERR Dinge anders führt, dann sollte man dem natürlich folgen. Aber trotzdem kann so eine Struktur helfen.
Wenn es dir hilft, kannst du deine Tagesplanung auch schriftlich festhalten – sei es in einem Notizbuch, Planer oder digitalen Kalender.
Fazit
Jeder von uns hat nur eine begrenzte Menge an Zeit auf dieser Erde. Wir sollten danach streben, diese zur Ehre Gottes und zum Wohle unserer Mitmenschen zu nutzen. Möge der Herr uns dabei helfen!
Gebt nun acht, wie ihr sorgfältig wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise, die die gelegene Zeit auskaufen, denn die Tage sind böse. (Eph 5,15-16)
Fußnoten:[1] Merriam-Webster Dictionary - Habit[2] Wikipedia - Gewohnheit[3] The 70 Resolutions of Jonathan Edwards
[4] Über die Nachteile von Multitasking: American Psychological Association – Multitasking: Switching Costs.