Fruchtbar leben – geistliche Gewohnheiten aus dem Leben Jim Elliots
„Seid meine Nachahmer, wie auch ich Christi.“ (1. Kor 11,1)
Schon Paulus schreibt diese Worte – und nicht umsonst sagt man: Worte belehren, aber Vorbilder reißen mit. Heute werfen wir einen Blick auf einige geistliche Gewohnheiten eines Mannes Gottes, die auch wir leben können, um fruchtbarer und produktiver zur Ehre des HERRN zu wirken.
Ein Leben voller Hingabe: Jim Elliot
Jim Elliot wurde bekannt als christlicher Missionar, der im Alter von nur 29 Jahren als Märtyrer starb, während er versuchte, den Auca-Indianern in Ecuador das Evangelium zu bringen. Doch sein Leben war schon vor seinem Tod geprägt von tiefer Hingabe, Disziplin und Zielstrebigkeit – und davon können auch wir heute lernen.
1. Freie Augenblicke geistlich nutzen
Jim lebte in dem Bewusstsein, das Paulus in 1. Korinther 7,29 beschreibt:
„Die Zeit ist gedrängt.“
Diese Haltung spiegelte sich auch in seinem Alltag wider. Er gewöhnte sich an, selbst kurze freie Momente sinnvoll zu nutzen – etwa beim Warten. So führte er eine Gebetsliste mit Namen von Menschen, für die er regelmäßig betete. Wenn ihm morgens die Zeit fehlte, betete er auf dem Weg zum Frühstücksraum oder mittags in der Warteschlange der Mensa [1].
Auch das Auswendiglernen von Bibelversen baute er gezielt in seinen Alltag ein – stets hatte er kleine Kärtchen mit Bibelversen dabei.
Auch wir erleben täglich kleine Zeitfenster – beim Warten auf den Bus, zwischen zwei Terminen oder einfach zwischendurch. Die Frage ist: Verschenken wir diese Zeit – oder nutzen wir sie für etwas Bedeutungsvolles?
2. Neue Wahrheiten im Wort entdecken
Jim Elliot war – wie eigentlich alle Männer Gottes – ein Mann des Wortes. In seiner Biografie heißt es:
„Jim stellte seinen Wecker jeden Abend so, dass er am nächsten Morgen Zeit zum Beten und zum Bibelstudium hatte.“ [2]
Zur Wichtigkeit des Bibellesens schreibt Jim selbst:
„Wir stehen morgens nie auf, ohne uns das Gesicht zu waschen, aber wir vernachlässigen oft die innere Reinigung durch das Wort des Herrn.“ [2]
Doch sein Bibellesen war keine bloße Routine. Er suchte jedes Mal nach neuen Wahrheiten. Dafür legte er sich später eine einfache Bibel ohne Fußnoten, Kommentare oder Markierungen zu, damit der Geist ihm die Worte zeigen konnte, die er gerade brauchte – nicht seine Markierungen.
Zu seiner Bibellese verfasste er auch kleine Kommentare. Er nannte diese Seiten:
„Museen von gepressten Blumen, mit Ihm gesammelt dort, wo Er mich ‚auf Lilienauen weiden‘ lässt.“ [3]
Auch das Auswendiglernen war ihm wichtig. Schon seiner Schwester Jane schrieb er:
„Lern in der Trambahn Bibelstellen auswendig, kauf die Zeit aus! Sie ist kostbar, weil sie so schnell dahinfliegt.“ [2]
Jim lebte, was er anderen riet – mit Konsequenz und Hingabe.
3. Körperliche Disziplin
Jim war nicht nur geistlich, sondern auch körperlich diszipliniert. In seinem ersten Studienjahr am Wheaton College trat er dem Ringerteam bei, weil er glaubte, das würde helfen, ihn zu einem echten „Streiter Christi“ auszubilden. Er schrieb:
„Ich glaube, wenn man körperlich auf Draht ist, wird die gesamte leibliche Entwicklung gefördert, auch das Denken.“ [4]
Damit lag er richtig: Laut einem Artikel von Harvard Health Publishing (2014) kann regelmäßige körperliche Aktivität unter anderem durch besseren Schlaf das Gedächtnis und Denkvermögen verbessern [5].
Doch bekanntlich ist nicht nur die körperliche Aktivität wichtig für die Gesundheit, sondern auch die Regeneration durch den Schlaf. Hierzu schreibt Jim an seine Mutter:
„Deinen Ratschlag, Mutter, dass ich genug schlafen soll, finde ich sehr zweckmäßig. Nicht nur um leistungsfähig zu sein und sich entspannen zu können, sondern auch wegen der Aufnahmefähigkeit für geistliche Dinge muss man ausgeruht sein – sonst liegt auf unserem Tun kein Segen.“ [6]
4. Geistliche Pausen im Alltag – die Mittagsandacht
Während seines Studiums in Wheaton scheint Jim irgendwann damit begonnen zu haben, sich mittags ein bisschen Zeit zu nehmen, um zur Ruhe zu kommen und Gemeinschaft mit dem HERRN zu haben. In einem Brief an seine Familie beschreibt er es so:
„In den letzten Wochen habe ich mich in der Mittagszeit viel mit den Psalmen beschäftigt – übrigens würde ich auch Euch sehr empfehlen, dass ihr anfangt und Euch mittags ein paar Minuten Zeit nehmt für das Zusammensein mit Eurem himmlischen Geliebten [...].“ [7]
Das gleiche empfahl er auch einer anderen Person noch einmal – was zeigt, dass es ihm wirklich wichtig war. Diese bewusste Ruhe ist entscheidend, um die Gemeinschaft mit dem HERRN auch über den Tag aufrechtzuerhalten. Über die Bedeutung von Stille schreibt Jim:
„Ich glaube, der Teufel hat drei Elemente zu seinem Monopol gemacht: Lärm, Hast, Massen. Wenn er uns dazu bringen kann, ständig Radio, Klatsch, Gespräche oder sogar Predigten anzuhören, freut er sich. Aber Ruhe möchte er nicht zulassen. [...] Der Satan weiß sehr genau, welche Kraft in der Stille liegt. Die Stimme Gottes ist zwar beharrlich, aber leise...“ [6]
Fazit
Jim Elliots Leben lehrt uns: Disziplin in kleinen Dingen macht den Unterschied – sei es in der Nutzung freier Momente, im Bibelstudium oder im Umgang mit dem eigenen Körper.
Wer produktiv für Gott leben möchte, kann hier wertvolle Inspiration finden.
Das Buch kann hier kostenlos online gelesen werden
Quellen:
[1] Elliot, E. (Hrsg.). (2003). Im Schatten des Allmächtigen: Aufzeichnungen von Jim Elliot. CLV, S. 52
[2] Ebd., S. 32
[3] Ebd., S. 51
[4] Ebd., S. 38
[5] Harvard Health Publishing. (2014, Februar). Exercise can boost your memory and thinking skills
[6] Elliot, E. (Hrsg.). (2003). Im Schatten des Allmächtigen, S. 91
[7] Ebd., S. 79